Zustandsabhängige Dynamik und Interdependenzen globaler Finanzmärkte

Ziel des Projektes ist es, mit Hilfe eines neuartigen methodischen Ansatzes vertiefte Einblicke in die Dynamik und Interdependenzen globaler Finanzmärkte zu gewinnen.
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Bewilligung

Juni 2014

Laufzeit

2 Jahre + 1 Jahr (Verlängerungszeitraum)

Fördersumme

70 Tsd. €

Förderbereich

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Die Analyse von Transmissionsprozessen auf internationalen Finanzmärkten hat sich zu einem wichtigen und stetig wachsenden Forschungsgebiet innerhalb der empirischen Finanzmarktforschung entwickelt. Der Kurseinbruch der Aktienmärkte im Oktober 1987, die Asienkrise 1997, die Russlandkrise 1998 und nicht zuletzt die weltweite Finanz­krise von 2007 bis 2009 haben aber andererseits auch verdeutlicht, dass von einem tiefer gehenden Verständnis der untersuchten Phänomene, der ihnen zugrundeliegenden Prozesse und Mechanismen, heute noch nicht gesprochen werden kann.

Das Projekt möchte daher über drei Projektmodule zu einem besseren Verständnis der Informations- und Volatilitätsübertragungsmechanismen zwischen den großen globalen Finanzmarktzentren Europa, USA und Japan beitragen.

Ziel des ersten Projektmoduls ist es, vertiefte Einblicke in die Dynamik von Informations- und Volatilitäts-Spillover auf internationalen Finanzmärkten zu gewinnen. Dazu soll ein unter Beteiligung von Prof. Robert C. Jung entwickeltes ökono­metrisches Analyse- und Prognosemodell mit Hilfe eines Regime-Switching-Ansatzes in die Lage versetzt werden, die Übertragung von Aktienkursen und deren Volatilität rund um den Globus in Krisen- und Nicht­krisenzeiten zuverlässig zu messen, was insbesondere wertvolle wirtschaftspolitische Erkenntnisse verspricht.

Nach den länderübergreifenden Effekten wird im zweiten Projektmodul die bisher in der Forschung nur unzureichend betrachtete Assetklassen-übergreifende Informationsüber­tragung, also die Verbindung zwischen den Märkten unter­schiedlicher Art, untersucht. Ziel ist es, auch hier Spillover-Effekte zu identifi­zieren und Aussagen über deren Änderungen im Zeitverlauf zu treffen.

Im dritten Projektmodul wird schließlich die Prognosefähig­keit des Regime-Switching-Modellrahmens im Zusammen­hang mit Vermögenspreisblasen untersucht. Würde sich die aus den wenigen vor­handenen Studien ableitbare Hypothese bestätigen, dass der Einsatz von Regime-Switching-Ansätzen die Wahr­scheinlichkeit erhöht, Vermögenspreisblasen zu identifizie­ren, wäre dies für soge­nannte Echtzeit-Frühwarnsysteme von Relevanz, die in der Überwachung der Finanzmarkt­stabilität durch die Regulie­rungsinstitutionen eingesetzt werden.

Institution

Prof. Robert C. Jung

Institut für Volkswirtschaftlehre, Universität Hohenheim, Stuttgart
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