Katalog der antiken Skulpturen des Musée de Laon

Die Sammlung wurde von Joseph Eugène Paul-Marguerite de La Charlonie (1844-1921) zusammengetragen und steht in Bezug auf Herkunft, Zusammensetzung und Erhaltungszustand auf gleicher Stufe mit Sammlungen aus Europa und den USA dieser Zeit.
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Bewilligung

Februar 2016

Laufzeit

1,5 Jahre

Fördersumme

Förderbereich

Geschichte, Sprache & Kultur
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Der bislang unpubliziert gebliebene Bestand, der sich seit 1937 im Besitz des Museums befindet und aus einer der bedeutendsten französischen Privatsammlungen des frühen 20. Jahrhunderts stammt, soll in einem französischsprachigen Katalog sowie in einer deutschen und französischen Onlineversion wissenschaftlich dargestellt und sowohl den Museumsbesuchern als auch dem Fachpublikum zur Verfügung gestellt werden. Durch die Erarbeitung eines zweisprachigen Glossars soll u. a. auch der wissenschaftliche Austausch zwischen der frankophonen und der deutschsprachigen Forschung befördert werden. Ausgangpunkt für die wissenschaftliche Bearbeitung sind die Fotografien (rund 500) im Forschungsarchiv für antike Plastik des archäologischen Instituts in Köln und das Archivmaterial zu den Ankäufen des Sammlers im Musée Laon.

Aufgrund der Qualität der Skulpturen, ihrer Vielfalt und ihres guten Erhaltungszustands hat die rund 100 Objekte umfassende Sammlung herausragende Bedeutung. Im Gegensatz zu anderen Antikensammlungen des 17. und 18. Jahrhunderts wurden an den in Laon befindlichen Objekten keine Ergänzungen vorgenommen. Die Sammlung wurde von Joseph Eugène Paul-Marguerite de La Charlonie (1844-1921) aus dem Kunsthandel zusammengetragen und steht in Bezug auf Herkunft, Zusammensetzung und Erhaltungszustand auf gleicher Stufe mit Sammlungen aus Europa und den USA dieser Zeit. Die Objekte stammen größtenteils aus dem östlichen Mittelmeerraum, insbesondere aus Griechenland, Kleinasien und Alexandria, und umfassen eine Bandbreite griechischer Originalskulpturen, die von männlichen Mantelfiguren des 6. Jahrhunderts über Grabreliefs und Götterbilder des 4. Jahrhunderts v. Chr. bis zu späthellenistischen Werken reicht. Unter den kaiserzeitlichen römischen Skulpturen sind vor allem die Porträts aus der hadrianischen Zeit und einige spätantike bzw. spätantik überarbeitete Köpfe hervorzuheben, die in der Forschung bislang kaum Beachtung gefunden haben.

Der Katalog soll neben Herkunft, Datierung und Funktion der Skulpturen auch mögliche Zugehörigkeiten der Objekte zu antiken Kontexten beschreiben und analysieren. Da die Artefakte vorwiegend aus der gleichen Region stammen und z. T. bei den gleichen Händlern und Auktionen erworben wurden, erwartet Prof. Boschung über die Erfassung des Materials in Verbindung mit den Erwerbungsdaten und –orten neue Erkenntnisse zu Provenienzen und Fundkontexten. In diesem Zusammenhang ist es zudem vielversprechend, die europäische Sammlungstätigkeit von Antiken um 1900 im Zusammenhang zu betrachten und die Skulpturen hinsichtlich ihrer Provenienz und ihrer Erwerbungszeiten mit Objekten anderer europäischer Antikensammlungen zu vergleichen. Dabei werden u. a. die Sammlungen von Somzée und Warocqué (Belgien), Rodin (Frankreich), Astor (England) und Loeb (Deutschland) berücksichtigt.

 

 

Institution

Prof. Dietrich Boschung

Archäologisches Institut, Universität zu Köln
Webseite

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