Interest representation in Germany: A longitudinal study of interest groups registered at the Bundestag

Das Projekt strebt an, unsere Kenntnis über die Entwicklung der deutschen Interessenverbände auf Bundesebene und deren Einflussnahme auf gesetzgeberische Aktivitäten wesentlich zu erweitern.
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Bewilligung

Juli 2013

Laufzeit

2 Jahre

Fördersumme

Förderbereich

Staat, Wirtschaft & Gesellschaft
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Interessengruppen spielen eine wichtige Rolle in demokratischen Systemen. Bürger, Unternehmen und öffentliche Institutionen nutzen Interessenvertretungen, um politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Anliegen zu aggregieren und zu artikulieren. Die empirische Forschung hat jedoch gezeigt, dass die Anzahl von Interessengruppen je nach Politikfeld stark variiert. Während beispielsweise im Finanz- oder Gesundheitswesen eine hohe Anzahl von Interessengruppen existiert, gibt es im Bereich Umwelt- oder Men-schenrechtsschutz vergleichsweise wenige. Das Projekt untersucht daher die Frage, warum die Anzahl von Interessensgruppen über verschiedene Politikfelder hinweg variiert. Dazu werden in einer Langzeitstudie die registrierten Interessengruppen im Deutschen Bundestag zwischen 1974 und 2014 untersucht.

Prof. Klüver argumentiert, dass die ungleiche Mobilisierung von Interessengruppen die politische Repräsentation eines demokratischen Systems unterminiert. Deshalb ist die Erforschung der Determinanten der Anzahl von Interessengruppen für die Einschätzung der demokratischen Legitimation eines Systems maßgeblich.

Auf dieser Grundlage formuliert sie zwei Hauptanliegen: Zum einen möchte sie einen theoretischen Rahmen entwickeln, der den Besonderheiten des deutschen politischen Systems Rechnung trägt; darauf aufbauend will sie zum anderen eine empirische Langzeitanalyse von Interessengruppen im Deutschen Bundestag durchführen.

Als Datengrundlage dient die öffentliche Liste der beim Bundestag registrierten Verbände und deren Vertreter. Die Liste enthält Informationen über die vertretenen Interessen, deren Mitglieder, ihrer Organisationsstruktur, angegliederte Organisationen sowie Kontaktinfor-mationen. In der Auswertung wird sowohl den Querschnitts- als auch den Langzeitcharakter des Datenmaterials berücksichtigt.

Institution

Prof. Heike Klüver

Fachbereich für Politik- und Verwaltungswissenschaft, Universität Konstanz
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