Erstellung eines Palästinensisch-Deutschen Wörterbuchs

Das Nachschlagewerk wird den Wortschatz der Region Palästina vom 19. Jahrhundert bis heute wissenschaftlich fundiert dokumentieren und nach semitischen Wurzeln geordnet darbieten.
Information

Bewilligung

Juli 2013

Laufzeit

2 Jahre

Fördersumme

Förderbereich

Geschichte, Sprache & Kultur
Information

In arabischen Ländern wird als Hoch- und Mediensprache das ‚klassische Arabisch’ verwendet, das auf eine ca. 1500 Jahre alte Variante – die Sprache des Korans – zurückgeht. Als Alltagssprache dagegen dienen Varietäten, die sich weit von dieser Hochsprache entfernt und in den verschiedenen Regionen unterschiedlich entwickelt haben.

Das Hocharabische ist bereits vielfach erforscht. Demgegenüber sind die gesprochenen arabischen Dialekte bislang marginalisiert geblieben, obwohl sie nicht nur ein reichhaltiges Forschungsgebiet für die Semitistik darstellen, sondern ihre Erschließung auch für politische und kulturelle Beziehungen zum arabischen Kulturraum relevant ist. Das Projekt soll deshalb ein umfängliches, wissenschaftlichen Ansprüchen genügendes und als Basis für aktuelle Kulturkontakte taugliches Nachschlagewerk für einen dieser Dialekte erbringen: ein Palästinensisch-Deutsches Wörterbuch, das den Wortschatz der Region Palästina vom 19. Jahrhundert bis heute wissenschaftlich fundiert dokumentiert und nach semitischen Wurzeln geordnet darbietet.

Das Palästinensisch-Arabische wird zum syrischen Dialektraum gerechnet, der Syrien, den Libanon und die Region Palästina umfasst. Innerhalb dieses Varietätenraums weist das Palästinensische zudem zahlreiche Besonderheiten auf, die rechtfertigen, von einem eigenständigen Palästinensisch-Arabischen Dialekt zu sprechen.

Lexikographisch gibt es zu diesem Dialekt drei verdienstvolle Einzeluntersuchungen, auf die das Projekt aufbauen kann: ein „Deutsch-Arabisches Wörterbuch der Umgangssprache in Palästina und im Libanon“ (von 1933; 2. Auflage 1957), ein kulturgeographisches Überblickswerk „Arbeit und Sitte in Palästina“ (10 Bände, 1929-2001), das auch den arabischen Wortschatz dokumentiert, sowie ein umfängliches Wörterbuch Palästinensisch-Englisch, das sich allerdings auf den aktuell gesprochenen städtischen Wortschatz beschränkt und nicht nach arabischen Wurzeln, sondern nach dem lateinischen Alphabet sortiert ist, was wegen der Unbestimmtheit semitischer Kurzvokale die Suche nach bestimmten Worten und somit die Nutzung sehr erschwert.

Institution

Prof. Werner Arnold

Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients/Semitistik, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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