Der kausale Effekt der Schulwahl in der Sekundarstufe I auf die langfristigen Bildungsentscheidungen und auf die Löhne

Ziel des Projektes ist es, für Deutschland ökonometrisch zu analysieren, inwiefern die Schulwahl in der Sekundarstufe I einen kausalen Effekt auf die langfristigen Bildungsentscheidungen und die Arbeitsmarktergebnisse, vor allem auf die Löhne hat.
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Bewilligung

Februar 2012

Laufzeit

2 Jahre

Fördersumme

75 Tsd. €

Förderbereich

Staat, Wirtschaft & Gesellschaft
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Im traditionellen dreigliedrigen (mittlerweile zum Teil zwei­gliedrigen) Schulsystem in Deutschland werden Schüler in der Regel schon im Alter von 10 Jahren den weiterführen­den Schulzweigen zugeordnet. Lehrer, Eltern und Schul­behörden machen diese wichtige Wahl von frühen Leis­tungsunterschieden abhängig (die zum Teil auch durch Ein­schulungsalterseffekte bedingt sind), obwohl diese Unter­schiede mit der Zeit stark abnehmen. Dieses Schulsystem steht zunehmend in der Kritik, dadurch Benachteiligung bei einigen gesellschaftlichen Gruppen, bspw. Migranten oder einheimischen Schülern aus bildungsfernen Haushalten, zu verstärken.

Das Forscherteam möchte überprüfen, ob die in diesem Zusam­menhang häufig formulierte These, dass durch die frühe Einstufung in eine weniger akademische Schulform der Zugang zu Abitur und Hochschulstudium dauerhaft verwehrt sein könnte, einer empirischen Analyse standhält.

Die Literatur weist zwar überwiegend nach, dass die relativ älteren Schüler eines Jahrgangs zunächst bessere Schuler­folge haben, die langfristigen Effekte des relativen Schul­eintrittsalters sind dagegen umstritten. Erste Ergebnisse aus Vorarbeiten zu diesem Projekt zeigen, dass die durch die Befolgung der Einschulungsregel relativ älteren Schüler eines Jahrgangs nach der Sekundarstufe I durchschnittlich häufiger auf einen höheren Schulzweig wechseln.

Ausgehend von diesem Befund wird nun im Rahmen des Projektes der kausale Effekt des relativen Alters in der Klasse auf die Schulergebnisse durch eine zufällige Variation des Einschulungsalters bestimmt. Wenn nun der Geburtsmonat kausal auf die Schulwahl wirkt und die Schulwahl eine wichtige Entschei­dung für spätere Löhne sowie langfristige Bildungsergeb­nisse wäre, so müsste es auch einen nachweisbaren statis­tischen Zusammenhang zwischen dem Geburtsmonat und Löhnen geben. Lässt sich dieser Zusammenhang nicht fest­stellen, müsste auch die regelmäßig betonte Bedeutung der Schulwahl in der Sekundarstufe I für die langfristigen Bildungsergebnisse hinterfragt werden.

Institution

Prof. Patrick Puhani

Institut für Arbeitsökonomik, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
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Prof. Christian Dustmann

Department of Economics, University College London
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Dr. Uta Schönberg

Department of Economics, University College London
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