Der Evangelische Kirchentag – religiöses Bekenntnis, Medienevent oder politisches Statement?

Das Projekt soll dazu dienen, die Bedeutung des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT) für seine Teilnehmer zu bestimmen.
Information

Bewilligung

Februar 2015

Laufzeit

1 Jahr Verlängerungszeitraum

Fördersumme

Förderbereich

Geschichte, Sprache & Kultur
Information

Der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) hat seit seiner regelmäßigen Etablierung nach dem Zweiten Weltkrieg (1949) eine zunehmende Bedeutung als religiöses Großereignis erlangt. Zum Kirchentag kommen hauptsächlich evangelische Christen, aber auch Mitglieder anderer Konfessionen und Religionen und z. T. selbst Areligiöse zu gemeinsamen Diskussionsrunden, Bibelauslegungen und Gebeten zusammen. Ausgehend von Überlegungen im 19. Jahrhundert wurde der Deutsche Evangelische Kirchentag als Glaubensfest ins Leben gerufen, welches zu einem gemeinsamen Verständnis und damit zu einer gemeinsamen Identität als verantwortungsvolle evangelische Christen beitragen sollte. Seit 1949 machte der DEKT einige grundlegende Veränderungen durch. Die wichtigste ist eine stärkere Thematisierung gesellschaftspolitischer Fragen in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Ziel war es, einerseits die Anschlussfähigkeit an die sich modernisierende Gesellschaft herzustellen, andererseits den vielfältigen politischen und ethischen Positionen im Protestantismus ein Forum zu geben. Mit der Wiedervereinigung und dem Ende des Kalten Krieges schien dann die Kritik hinsichtlich der Vermischung von Kirchentag und Politik etwas abzuflachen. Jedoch kam es fortan zu negativ gefärbten Wortmeldungen über den Kirchentag als „einem protestantischen Massentreffen mit vielen bunten Events“.

Das  Projekt dient dazu, die Bedeutung des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT) für seine Teilnehmer zu bestimmen. Zentrale These ist, dass auch bei den aktuellen Kirchentagen zwar politische Begründungen für die Teilnehmer bedeutsam sind, primär aber die Stär-kung und/oder Bestätigung der eigenen religiösen Identität im Zentrum ihrer Interessen steht. Die reine Neugier am Event oder Teilnahme an einer Großveranstaltung stehe – entgegen manch landläufiger Meinung – hinter diesen beiden anderen Gründen der Beteiligung am DEKT deutlich zurück. Hinsichtlich der Frage nach einem Wandel der Kirchentagsbedeutung für die Teilnehmer wird angenommen, dass nach einer stärker politisierten Phase in den 1980er Jahren nunmehr mit zunehmender Säkularisierung im deutschen Umfeld die religiöse Komponente im Sinne der Selbstbestätigung der Zugehörigkeit zum Protestantismus und zum evangelischen christlichen Glauben wieder an Bedeutung gewonnen hat.

Institution

Prof. Gert Pickel

Institut für Praktische Theologie, Universität Leipzig
Webseite

Projekte aus dem Förderbereich Geschichte, Sprache & Kultur

Projekt: INTERMEDIALITÄT von Bild und Musik. +

Tagung: The Dead Sea Scrolls and the Nag Hammadi Codices +

Tagung: Ariost in Deutschland +

Tagung: Die italischen Sprachen – neue Aspekte in linguistischer und philologischer Hinsicht; zur Erinnerung an Albert Debrunner +