Agenda-Definition in der europäischen Energiepolitik: Akteure, Präferenzen und Strategien

Ziel des Projekts ist eine empirische Illustration der europäischen Energiepolitik im Zeitverlauf sowie die Identifikation von Akteuren sowie Strategien und Maßnahmen, die in diesem Politikfeld angestoßen worden sind.
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Bewilligung

Juli 2013

Laufzeit

2 Jahre

Fördersumme

Förderbereich

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Energiepolitische Fragen werden im Zuge der Ressourcenverknappung und dem stärker werdenden wirtschaftlichen Wettbewerb immer wichtiger. Die europäische Energiepolitik ist dabei von besonderer Relevanz, da sie eine Reihe von Politikfeldern miteinander verknüpft, die sich durch eine hohe Anzahl beteiligter Akteure auszeichnet. Dabei wird Energiepolitik von Dr. Tosun als die Gesamtheit aller politischen Entscheidungen über die Erschließung, Herstellung, Verteilung und den Verbrauch von verschiedenen Energieformen aufgefasst. Die Wissenschaftlerin identifiziert vier Forschungsfragen: Wie lässt sich die Definition der europäischen energiepolitischen Agenda erklären? Welche Akteure spielen eine Rolle? Was sind ihre Präferenzen? Welche Strategien wenden sie an?

Die zentrale Annahme ist, dass nicht nur Politiker an der Identifikation von Problemen und Themenkomplexen beteiligt sind, sondern auch andere Akteursgruppen. Im Fall der europäischen Energiepolitik ist dieses durch den Umstand bedingt, dass Energiepolitik eng mit zwei weiteren Politikfeldern – der Umwelt- und Klimaschutzpolitik sowie der Wirtschaftspolitik – zusammenhängt. Hierdurch erhöht sich die Anzahl der involvierten Akteure.

Theoretisch möchte das Projekt einen Beitrag zu den existierenden Theorien der Agenda-Setzung leisten. Trotz jüngerer Untersuchungen zur Agenda-Setzung bzw. Agenda-Definition ist es bislang kaum möglich, generalisierende Aussagen zu den Determinanten energiepolitischer Prozesse zu machen. In Anbetracht dieses Defizits beabsichtigt das Projekt, die Gestaltung der Entscheidungsagenda anhand eines schlüssigen theoretischen Modells für die Gesamtheit der europäischen Energiepolitik zu leisten. Dies ist laut Dr. Tosun vor allen Dingen deshalb aufschlussreich, da die EU durch eine Vielzahl von Arenen und Akteuren mit verschiedenen Präferenzen charakterisiert ist. Somit können aufschlussreiche Einblicke in die Prozesse der Agenda-Definition im Rahmen dieser Mehrebenenstruktur gewonnen werden.

Das Projekt möchte eine Erklärung dafür liefern, wie energiepolitische Themen auf der europäischen Policy-Agenda landen bzw. gelandet sind.
Dazu werden drei Forschungsziele definiert: Das erste Ziel besteht darin, die theoretischen Arbeiten zur Agenda-Definition zu diskutieren und ein integriertes Modell zu entwickeln. Das zu entwickelnde theoretische Modell soll erklären, wann welche Form der Agenda-Definition zum Tragen kommt (externe Initiative, Mobilisierung oder interne Initiative). Das zweite Ziel der Arbeit ist die Erhebung neuartiger Daten, welche die Erfassung von Agenda-Definitionen im europäischen Kontext erlaubt. Das dritte Ziel des Projekts ist es, die erhobenen Daten zu analysieren und damit die aufgeworfenen Forschungsfragen zu beantworten.

Institution

Dr. Jale Tosun

Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung, Universität Mannheim
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