Aby Warburg - Gesammelte Schriften - Studienausgabe. Edition des Bandes V.1.2: Briefe

Der Band soll eine kommentierte Auswahl von Warburgs Briefen beinhalten, die er ab Mitte der 1880er Jahre bis zu seinem Tod geschrieben hat.
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Bewilligung

Juni 2015

Laufzeit

1 Jahr (Verlängerungszeitraum)

Fördersumme

213 Tsd. €

Förderbereich

Geschichte, Sprache & Kultur
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Als der Hamburger Kunst- und Kulturhistoriker Aby Warburg 1929 starb, hinterließ er einen immens umfangreichen und außergewöhnlich vollständigen Nachlass, der im Warburg Institute in London verwahrt wird. Zwar haben Warburgs Mitarbeiter die Manuskripte 1932 teilweise in den „Gesammelten Schriften“ edieren können, doch blieb das auf zahlreiche Folgebände angelegte Projekt liegen, da die erzwungene Auslagerung der kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg von Hamburg nach London während des Nationalsozialismus das Vorhaben zunichte machte. Die Idee einer vollständigen Edition von Warburgs Nachlass wurde erst in den 1990er Jahren wieder aufgegriffen und in einem umfassenden, auf sieben Bände angelegten Editionsprojekt mit zahlreichen Wissenschaftlern vorangetrieben.

Die Studie fügt sich in dieses umfassende Vorhaben, das seit mehreren Jahren durch die Fritz Thyssen Stiftung gefördert wird. Der Band soll eine kommentierte Auswahl von Warburgs Briefen beinhalten, von seiner Studienzeit ab Mitte der 1880er Jahre bis zu seinem Tod. Über den Informations- und Sachgehalt hinaus entwirft Warburg in seinen Briefen zugleich ein detailliertes Bild von sich selbst, so dass man bei der Zusammenschau der Korrespondenz eine Art Autobiographie erhält. Mindestens einmal am Tag, so die Statistik, hat ein Brief die Studierstube des Gelehrten verlassen. Darin fragte er an, erkundigte sich nach dem Stand der Dinge, bestellte Bücher, Graphiken und Reproduktionen, bat um Gespräche, lud ein oder brachte sich bei den Adressaten einfach nur in Erinnerung. Er erledigte auf diesem Wege seine Geschäfte mit Buchhändlern, Verlegern und Archivaren und korrespondierte mit Fachkollegen - darunter Jacob Burckhardt, Wilhelm Bode, Ernst Cassirer, Carl Justi, Alfred Lichtwark, Erwin Panofsky, Heinrich Wölflin, Max Dvorak, Gustav Pauli, Fritz Saxl etc. sowie mit Wissenschaftlern anderer Disziplinen.

Allein im Londoner Archiv des Warburg Institute liegen rund 38.000 Schreiben von und an Warburg in Form von Briefkopien, -entwürfen und -originalen, von denen 600-700 Briefe ausgewählt und auf zwei Bände der Studienausgabe verteilt werden sollen. Der dazu vorgesehene Kommentar soll sich auf die zum Verständnis notwendigen Daten und Angaben beschränken und dabei auf Anschreiben oder Antwortschreiben von Warburgs Korrespondenzpartnern zurückgreifen, die ebenfalls in der Briefregistratur des Londoner Instituts vorliegen. Die beiden Teilbände sollen zudem mit einem Personen- und Sachregister und einem bibliographischen Anhang versehen werden, der die Korrespondenzpartner in Kurzform vorstellt.

Institution

Prof. Michael Diers

Institut für Kunst- und Bildgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin
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