Aktuelles

Sammelrezension zur Menschenrechtsgeschichte

Im Dezember 2016 erschien bei HSozKult eine Sammelrezension zu Veröffentlichungen über die Geschichte der Menschenrechte, in der auch der auch der von den Arbeitskreismitgliedern Norbert Frei und Annette Weinke herausgegeben Sammelband „Toward a New Moral World Order? Menschenrechtspolitik und Völkerrecht seit 1945“ besprochen wurde.

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Workshop über Menschenrechtskritik

Im Juni und November 2016 veranstaltete der Arbeitskreis Menschenrechte im 20. Jahrhundert einen zweiteiligen Workshop zum Thema „Menschenrechtskritik“. Dabei ging es um die genauere Analyse der Widerstände, denen die Idee universaler Rechte ausgesetzt war und ist: Wie wandelten sich diese im Laufe des 20. Jahrhunderts? Welche Beharrungstendenzen lassen sich beobachten? Welche Differenzen und Überschneidungen gab und gibt es zwischen Vertretern einer ideologischen und einer defensiven Gegnerschaft? Auf diese Weise wurde einerseits die teleologische Vorstellung einer selbstläufigen Durchsetzung der Menschenrechte hinterfragt. Andererseits zeigte der Workshop, dass der Wandel der Kritik auch etwas über die Hegemonialität der Menschenrechte aussagt: Eine prinzipielle Zurückweisung wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts immer schwieriger.

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Staatsbürgerschaft und universelle Menschenrechte. Der Schutz des Individuums im Europa des 20. und 21. Jahrhunderts
Vortrag von Dieter Gosewinkel, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Donnerstag, 24. November 2016 | 18:30 Uhr
Fritz Thyssen Stiftung, Apostelnkloster 13-15

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in Europa nicht mehr so viele Geflüchtete wie heute. Ihre Herkunftsstaaten versagen ihnen den Schutz staatsbürgerlicher Rechte. Bieten Menschenrechte in dieser Situation adäquaten Ersatz? Ausgehend von dieser Frage der Gegenwart nimmt Dieter Gosewinkel das Verhältnis von Staatsbürgerschaft und Menschenrechten aus historischer Perspektive in den Blick. Beide Konzepte traten mit der französischen Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte 1789 gleichzeitig in die Geschichte des europäischen Rechts ein, standen aber stets in einem Spannungsverhältnis zueinander.

Die Staatsbürgerschaft bildete sich im 19. und 20. Jahrhundert zu einer zentralen Institution individuellen Rechtsschutzes aus – nicht selten um den Preis der Verdrängung universeller Menschenrechte, scharfer Exklusion und Nationalisierung. Dagegen setzte der Aufschwung der Menschenrechte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts den Anspruch universellen Rechtsschutzes. Seitdem bestehen Menschen- und Staatsbürgerrechte im europäischen Recht nebeneinander. Sie sollen gemeinsam dem Individuum Schutz gewähren. Angesichts des neuen Nationalismus in Europa stellt sich allerdings die Frage, ob die Spannung zwischen beiden Konzepten wieder zunehmen wird.

Der Arbeitskreis Menschenrechte im 20. Jahrhundert lädt alle Interessierten herzlich ein und bittet um Anmeldung unter Veranstaltungen.

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Recht auf Wahrheit

Anfang Februar 2016 erschien in der Schriftenreihe des Arbeitskreises Menschenrechte im 20. Jahrhundert der von José Brunner und Daniel Stahl herausgegebene Sammelband „Recht auf Wahrheit. Zur Genese eines neuen Menschenrechts“. Der Band wurde unter anderem in der FAZ, bei HSozKult und Socialnet rezensiert. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Verlags.

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Stipendienausschreibung "Menschenrechte im 20. Jahrhundert"

Der interdisziplinäre Arbeitskreis »Menschenrechte im 20. Jahrhundert« der Fritz Thyssen Stiftung vergibt auch 2016 Stipendien für Forschungsprojekte, die sich in dezidiert historischer Perspektive mit der Entwicklung der Menschenrechte im 20. Jahrhundert auseinandersetzen. Hier finden Sie weitere Informationen >.

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Russland und die Menschenrechte.
Ein Gespräch mit Irina Scherbakowa von MEMORIAL
Donnerstag, 23. Juni 2016, 18:30 Uhr
Fritz Thyssen Stiftung, Apostelnkloster 13-15

MEMORIAL, eine der bedeutendsten Menschenrechtsorganisationen Russlands, wurde während der Perestroika mit dem Ziel gegründet, vergangenes und fortbestehendes staatliches Unrecht aufzudecken und Opfern von Menschenrechtsverletzungen Beistand zu leisten. Das Ende des Kalten Krieges eröffnete Organisationen wie MEMORIAL völlig neue Handlungsspielräume, doch seit einigen Jahren sehen sie ihre Arbeitsmöglichkeiten immer weiter eingeengt: durch gesetzliche Auflagen, Bürorazzien und sogar durch Verhaftungen von Aktivisten.

Prof. Dr. Irina Scherbakowa zählt zu den Gründungspersönlichkeiten von MEMORIAL und hat sich als Historikerin und Germanistin vor allem mit den Verbrechen des Stalinismus beschäftigt. Im Gespräch mit Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel, Professorin für Friedens- und Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg, und Prof. Dr. Norbert Frei, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, berichtet sie über ihre Arbeit für und mit MEMORIAL und über ihre Erfahrungen im gegenwärtigen Russland.

Der Arbeitskreis Menschenrechte im 20. Jahrhundert lädt alle Interessierten herzlich ein und bittet um Anmeldung unter: www.fritz-thyssen-stiftung.de

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Videos zum Vortrag von Gerhart Baum

Seit einiger Zeit wird darüber diskutiert, ob die Bundesrepublik international mehr Verantwortung übernehmen sollte. Gerhart Baum, der nach seiner Zeit als Bundesinnenminister in vielfältiger Weise die deutsche Außenpolitik mitgestaltet hat und als UN-Sondergesandter in Krisenregionen unterwegs war, bezog in einem Vortrag am 11. Juni 2015 Stellung zu dieser Frage.

Videoausschnitte der Veranstaltung finden Sie hier >.

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Quellen zur Geschichte der Menschenrechte

Das Internetportal Quellen zur Geschichte der Menschenrechte des Arbeitskreises Menschenrechte im 20. Jahrhundert ist seit Januar 2016 online. Das Portal dient als Publikationsforum für lebensgeschichtliche Interviews mit Personen der Menschenrechtsgeschichte und für Kommentare zu Schlüsseltexten der Menschenrechtsgeschichte. 

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Tagungsbericht "Humanitäre Interventionen und Menschenrechte"

Im Juni fand in den Räumen der Fritz Thyssen Stiftung ein vom Arbeitskreis "Menschenrechte im 20. Jahrhundert" organisierter, interdisziplinärer Workshop statt. Ziel der Veranstaltung war die Historisierung einer Debatte, die seit bald zwanzig Jahren die internationale Politik prägt: In den neunziger Jahren wurde der Verweis auf humanitäre Notlagen und Menschenrechtsverletzungen zu einem der zugkräftigsten Argumente, um Eingriffe einzelner Staaten oder Staatenbündnisse in fremdes Territorium zu legitimieren. Ziel des Workshops war es, längerfristige Entwicklungen offenzulegen, die diese Neujustierung internationaler Politik bedingten. 

Einen Bericht über die Veranstaltung finden Sie hier >.

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Asyldebatten in der Geschichte der Bundesrepublik

Volker Land, Stipendiat des Arbeitskreises Menschenrechte im 20. Jahrhundert der Fritz Thyssen Stiftung, hat in der aktuellen Ausgabe der ZEIT einen Artikel zur Geschichte bundesdeutscher Debatten über das Menschenrecht Asyl verfasst.

Den Artikel können Sie hier nachlesen >.

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Stipendienausschreibung "Menschenrechte im 20. Jahrhundert"

Der interdisziplinäre Arbeitskreis »Menschenrechte im 20. Jahrhundert« der Fritz Thyssen Stiftung vergibt auch 2015 Stipendien für Forschungsprojekte, die sich in dezidiert historischer Perspektive mit der Entwicklung der Menschenrechte im 20. Jahrhundert auseinandersetzen.

Hier finden Sie weitere Informationen >.

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Humanitäre Interventionen und Menschenrechte

Die Balkankriege der 1990er Jahre, der Völkermord in Ruanda und die Darfur-Krise dienten als Katalysatoren einer Debatte, die die Koordinaten internationaler Politik nachhaltig verändert hat: In den neunziger Jahren wurde der Verweis auf humanitäre Notlagen und Menschenrechtsverletzungen zu einem der zugkräftigsten Argumente, um Eingriffe einzelner Staaten oder Staatenbündnisse in fremdes Territorium zu legitimieren. Um diese Konjunktur zu erklären, greift der Verweis auf die Zäsur 1989/90 zu kurz. Ziel des Workshops ist es, längerfristige Entwicklungen offenzulegen, die diese Neujustierung internationaler Politik bedingten. Weitere Informationen finden Sie hier >.

Ein Interview mit Claus Kreß, in dem es um Srebrenica und die Frage der humanitären Intervention geht, finden Sie hier >.

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Mehr Verantwortung übernehmen? Zur jüngsten Debatte über die deutsche Außenpolitik
Vortrag von Gerhart Baum, Bundesminister des Innern a.D.
Donnerstag, 11. Juni 2015, 19:00 Uhr
Fritz Thyssen Stiftung, Apostelnkloster 13-15

Spätestens seit der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 wird über notwendige Veränderungen in der deutschen Außenpolitik diskutiert. Im Einklang mit dem Bundespräsidenten fordern Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Deutschland müsse international mehr Verantwortung übernehmen. In der regen Debatte, die sich darüber entfaltet hat, geht es nicht zuletzt um die Frage, welche Rolle Menschenrechte und humanitäre Erwägungen in der deutschen Außenpolitik spielen sollen.

Mit Bundesminister des Innern a.D. Gerhart Baum bezieht ein Elder Statesman Stellung, der sich mit dem Thema der humanitären Intervention immer wieder ganz konkret auseinandergesetzt hat: Nach seiner Zeit als Mitglied der sozialliberalen Bundesregierung bereiste Baum seit den achtziger Jahren als Bundestagsabgeordneter zahlreiche Staaten und machte auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam. Er vertrat die Bundesrepublik auf der Wiener Menschenrechtskonferenz 1993 und war zwischen 2001 und 2003 UN-Beauftragter für Menschenrechte im Sudan. 

Der Arbeitskreis Menschenrechte im 20. Jahrhundert lädt alle Interessierten herzlich ein und bittet um Anmeldung.

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Videos zum Vortrag von Peter Schaar

Können Menschenrechte vor Überwachung schützen? Dieser Frage ging Peter Schaar, ehemaliger Bundesbeauftragter für Datenschutz, in einem Vortrag über die Ausspähung personenbezogener Daten durch die westlichen Geheimdienste nach, zu dem der Arbeitskreis „Menschenrechte im 20. Jahrhundert“ am 28. November 2014 eingeladen hatte. Anschließend unterhielten sich Herr Schaar und Nikolaos Gazeas, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Völker- und Strafrecht der Universität zu Köln, über den Schutz personenbezogener Daten im deutschen Recht.

Die Videos zum Vortrag finden Sie hier >.

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Der Waffenhandel und seine ersten Kritiker

Der Export von Rüstungsgütern gilt heutzutage dann als problematisch, wenn in Krisenregionen oder an Regime geliefert wird, die Menschenrechte verletzen. Dieser Blick auf die menschenrechtliche Situation in den importierenden Staaten produziert allerdings recht einseitige Problemanalysen, wie ein Vergleich mit der ersten internationale Debatte über den Waffenhandel zeigt, die Daniel Stahl in einem am 4. Dezember 2014 in der ZEIT erschienenen Artikel nachzeichnet.

Den Artikel können Sie hier nachlesen >.

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Verleihung des M.C. Bassiouni Justice Award 2014 an Claus Kreß

Am 28. November wurde der M.C. Bassiouni Justice Award 2014 an Claus Kreß verliehen. In ihrer Begründung hob die Jury seine Leistungen als Wissenschaftler, als Berater des Internationalen Strafgerichtshofs und als Vordenker einer Kriminalisierung des Angriffskrieges hervor.

Hier finden Sie weitere Informationen >.

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Können Menschenrechte vor Überwachung schützen?
Vortrag von Peter Schaar, ehem. Bundesbeauftragter für Datenschutz
Freitag, 28. November 2014, 19:00 Uhr

Seit der frühere NSA-Mitarbeiter Edward Snowden 2013 eine Fülle von Belegen für die weitreichende Ausspähung personenbezogener Daten durch die westlichen Geheimdienste zugänglich machte, kommen immer neue Dimensionen dieser Praxis an die Öffentlichkeit.

Peter Schaar verdeutlicht das Ausmaß dieser Überwachung und fragt nach dem Potential der Menschenrechte im Kampf gegen die staatlichen Eingriffe: Sind sie mehr als eine rhetorische Waffe der Überwachungsgegner? Bieten sie effektiven Schutz? Oder ist es notwendig, das menschenrechtliche Instrumentarium zu erweitern?

Der Arbeitskreis Menschenrechte im 20. Jahrhundert lädt alle Interessierten herzlich ein und bittet um Anmeldung bis zum 25. November 2014.

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Videos vom Podiumsgespräch "Die Ukraine und das Völkerrecht"

Am 27. Juni 2014 lud der Arbeitskreis „Menschenrechte im 20. Jahrhundert“ zu einem Podiumsgespräch in die Räume der Fritz Thyssen Stiftung  ein. Andrea Böhm, Korrespondentin bei der ZEIT, Claus Kreß, Direktor des Institute for International Peace and Security Law der Universität zu Köln, und die beiden Jenaer Historiker Norbert Frei und Annette Weinke diskutierten am Beispiel der Ukraine die Frage nach Macht und Ohnmacht völkerrechtlicher Normen.

Ausschnitte aus dem Podiumsgespräch finden Sie hier >.

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Drei Stipendien "Menschenrechte im 20. Jahrhundert"

Der interdisziplinäre Arbeitskreis »Menschenrechte im 20. Jahrhundert« der Fritz Thyssen Stiftung vergibt 2014 bis zu drei Erststipendien für Forschungsprojekte, die sich in dezidiert historischer Perspektive mit der Entwicklung der Menschenrechte im 20. Jahrhundert auseinandersetzen.

Hier finden Sie weitere Informationen >.

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Putin und das humanitäre Völkerrecht

Putin, der soeben noch ein Eingreifen in Syrien zum Schutz der dortigen Bevölkerung vehement abgelehnt hat, sieht nun den Schutz von Menschenrechten als einen legitimen Grund, auf der Krim zu intervenieren. In einem Interview mit Spiegel-Online spricht Claus Kreß über diese Wendung, die er für völkerrechtlich relevant hält, obwohl ihr ganz offensichtlich machtpolitische Interessen zugrunde liegen.

Das Interview können Sie hier nachlesen >.

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Radiosendung über Konjunktur und Ausverkauf der Menschenrechte

In einer Sendung des RBB Kulturradios, die am 27. Februar ausgestrahlt wurde, sprechen Norbert Frei und Annette Weinke über die Ergebnisse des kürzlich von ihnen herausgegebenen Bandes Toward a New Moral World Order? Menschenrechtspolitik und Völkerrecht seit 1945.

Den Beitrag können Sie hier anhören >.

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Bürgerkrieg und Humanitäres Völkerrecht

Claus Kreß nimmt in einem am 24. Januar 2014 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen Beitrag eines der Dilemmata des Humanitären Völkerrechts in den Blick: Auf der einen Seite gibt es Bestrebungen, menschenrechtlichen Normen in Bürgerkriegen ein größeres Gewicht zu verleihen. Auf der anderen Seite muss das Humanitäre Völkerrecht den Erfordernissen des Krieges Rechnung tragen, will es auf Beachtung hoffen; ein Krieg kann typischerweise nicht gewonnen werden, wenn der Kampf im Einklang mit dem menschenrechtlichen Ideal geführt werden müsste. Der Kölner Straf- und Völkerrechtler fragt nach den Konsequenzen, die sich aus diesem Dilemma ergeben.

Den Artikel können Sie hier nachlesen >.

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Lebensgeschichtliches Interview mit Benjamin Ferencz

Benjamin Ferencz wurde im Alter von 27 Jahren zum Chefankläger im Nürnberger Einsatzgruppen-Prozess ernannt. Der Prozess richtete sich gegen 24 SS-Führer, die für Massenerschießungen in der besetzten Sowjetunion verantwortlich gewesen waren. Später setzte er sich vehement für die Gründung eines internationalen Strafgerichtshofs ein. Daniel Stahl und Annette Weinke unterhielten sich mit ihm darüber, was ihn dazu brachte, sich für die Weiterentwicklung des Völkerrechts zu engagieren. Das Gespräch führten sie im Rahmen eines Interviewprojektes des Arbeitskreises „Menschenrechte im 20. Jahrhundert“, das zum Ziel hat, dem Zusammenhang zwischen Biographie und menschenrechtlichem Engagement nachzuspüren.

Das Protokoll des Gesprächs wurde am 18. Januar in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht und kann hier nachgelesen werden >.

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Transitional Justice Theories

Susanne Buckley-Zistel hat zusammen mit Vertretern verschiedener Disziplinen einen Sammelband herausgebracht, der sich dem Feld der Transitional Justice von der theoretischen Seite nähert. Die Transitional Justice Forschung hat seit den neunziger Jahren eine Vielzahl von Theorien und Ansätzen hervorgebracht, wie in postautoritären Gesellschaften und in Postkonflikt-Gesellschaften Gerechtigkeit hergestellt werden kann. Der Band versucht, die häufig unartikulierten Annahmen offenzulegen, die diesen Theorien und Ansätzen zugrunde liegen; Konzepte, die in der Transitional Justice eine zentrale Rolle spielen, wie Versöhnung, Erinnerung und Wahrheit, werden analysiert und problematisiert.

Weitere Informationen zum Band finden Sie hier >.

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Claus Kreß über Assad und den Internationalen Strafgerichtshof

Im Oktober hat sich Spiegel Online mit Prof. Dr. Claus Kreß über die Frage unterhalten, welche Möglichkeiten bestehen, den Internationalen Strafgerichtshof mit Untersuchungen zu den in Syrien begangenen Verbrechen zu beauftragen. Der Kölner Völkerrechtler, der dem Arbeitskreis Menschenrechte der Fritz Thyssen Stiftung angehört, argumentiert, dass dies durchaus vorstellbar sei.

Das Interview können Sie hier nachlesen >.

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Toward a New Moral World Order

Soeben ist im Wallstein Verlag der von Norbert Frei und Annette Weinke herausgegebene Band Toward a New Moral World Order? Menschenrechtspolitik und Völkerrecht seit 1945 erschienen, der das gleichnamige Symposion des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts vom Juni 2012 dokumetiert.

Weitere Informationen zum Band finden Sie hier >.

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Videos vom Vortrag „Neues Recht für alte Verbrechen? Osteuropas Vergangenheit und die europäische Gerichtsbarkeit“

Angelika Nußberger, Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, hielt am 7. Juni 2013 im Auditorium der Fritz Thyssen Stiftung einen öffentlichen Vortrag über Osteuropas Vergangenheit und die europäische Gerichtsbarkeit. Sie berichtete, dass zahlreiche Prozesse am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Verbrechen zum Gegenstand haben, die vor 1989/90 in Osteuropa begangen wurden. Ausgehend von dieser Beobachtung fragte Frau Nußberger, inwiefern längst vergangenes Unrecht mit neu entwickelten Maßstäben gemessen werden kann.

Ausschnitte aus dem Vortrag finden Sie hier >.

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Die Ukraine und das Völkerrecht

Am 27. Juni findet in der Fritz Thyssen Stiftung ein Podiumsgespräch statt. Andrea Böhm, Redakteurin bei der ZEIT, Claus Kreß, Direktor des Institute for International Peace and Security Law der Universität zu Köln, und Annette Weinke, Mitarbeiterin am Historischen Institut der Universität Jena, werden über Macht und Ohnmacht völkerrechtlicher Normen diskutieren.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier >.

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Kampf um die Wahrheit

Am 15. November findet im Amélie Thyssen Auditorium der Stiftung ein Filmgespräch statt. Ausgehend von Sequenzen aus Uli Stelzners Film "La Isla. Archive einer Tragödie" über ein 2005 in Guatemala entdecktes Archiv aus der Zeit der Diktatur diskutieren der Regisseur und MdB Tom Koenigs über die Rolle von Archiven in postdiktatorischen Gesellschaften. Beide kennen das Land und seine Geschichte aus eigener Tätigkeit: Herr Stelzner als Regisseur, Herr Koenigs als Leiter einer UN-Mission.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier >.

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